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Das Feigenhaus vom Stift Kremsmünster


Das im Jahr 1640 im Auftrag von Abt Anton Wolfradt errichtete Gewächshaus für südländische Obstbäume stellt das einzige noch aus dem 17. Jahrhundert stammende erhaltene Gewächshaus in Österreich dar und ist damit zugleich das älteste erhaltene Österreichs. Es gehört darüber hinaus zu den ältesten erhaltenen Gewächshäusern Europas.

Im Auftrag des Stiftes Kremsmünster wurde es für die OÖ Landesgartenschau 2017 in enger und guter Zusammenarbeit mit dem Bundesdenkmalamt für eine projektierte Umnutzung durch die WBM Wiltschko Baumanagement GmbH komplett denkmalgerecht restauriert.

Das Gebäude ist ca. 25 m lang, 12,5 m breit und 6 m hoch und diente als Feigenhaus. Unter dieser Bezeichnung wird es auch bis zum heutigen Tag geführt.
Den Sommer über standen die Feigen unter freiem Himmel, im Winter wurde eine zerlegbare Dachkonstruktion aufgesetzt um die Bäume vor Frost zu schützen. Über 290 Jahre lang wurde diese Konstruktion jedes Jahr im Frühjahr und Herbst mühsam auf- und wieder abgebaut. Das Feigenhaus mit seiner reichen Ernte war über die Landesgrenzen hinaus berühmt und wurde von kaiser- und königlichen Besuchen beehrt. Die Früchte wurden bis nach Wien verkauft. 1927 entschied man, die aufwändige Nutzung als Feigenhaus aufzugeben, die Dachkonstruktion fest aufzusetzen und mit Eternit einzudecken. Diese Form des Gebäudes besteht bis heute, selbst der Umbau in ein Wohnhaus 1950 griff nicht in die historische Bausubstanz ein.

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Das „Blaue Haus“
ein Baujuwel im oberösterreichischem Kremsmünster.


Die Vereinbarkeit des zeitgemäßen Wohnens mit den Eigenheiten denkmalgeschützter Häuser zählt zu den wichtigsten Aufgaben des Bundesdenkmalamtes. Das Blaue Haus im oberösterreichischem Kremsmünster ist ein gelungenes Bespiel für modernes Wohnen in alten Mauern.

Das sog. Blaue Haus, das ehemalige Hofrichterhaus, erhielt seinen Namen durch seine auffallend blaue Farbgebung. Die ansprechende Kombination von Alt und Neu stellt ein besonderes Wohnerlebnis für seine Bewohnerinnen und Bewohner dar.

Kremsmünster wird gemeinhin mit der 777 von Herzog Tassilo von Bayern gegründeten berühmten Benediktinerabtei in Verbindung gebracht. Dass sich zu Füßen der barocken Stiftsanlage und hinauf bis zum Ortsteil Kirchberg auch ein Marktort mit einer Fülle bemerkenswerter, vielfach bis ins späte Mittelalter zurückreichender Baudenkmale erstreckt, ist weniger bekannt.

Mit seinen Stuckfassaden und dem hohen schindelgedeckten Mansarddach aus dem 18. Jahrhundert stellt das Blaue Haus einen besonderen Höhepunkt in der Bebauung des Marktes dar. Das freistehende Objekt beeindruckt durch seine reiche Fassadengliederung. Auch die Ausstattung im Inneren stammt noch großteils aus der Bauzeit. Stuckdecken, Gewölbe, Türen, Stein- und Dielenböden erfreuen EigentümerInnen und beeindrucken BesucherInnen.

Ausgangspunkt der Instandsetzung war eine geplante Nutzungsänderung. Das Haus soll in Zukunft drei Generationen als Wohnhaus dienen. Die Herausforderung bestand darin, die bestehende Bausubstanz mit möglichst geringen Eingriffen für zeitgemäßes Wohnen zu adaptieren. Dies betraf sowohl die grundsätzliche Raumaufteilung als auch die Erneuerung von Heizung, Elektro- und Sanitärinstallationen. In vielen konstruktiven Gesprächen und Überlegungen kristallisierte sich die endgültige Planung heraus, die schließlich zu immer reduzierteren Eingriffen hin entwickelt werden konnte.

Durch intelligente Lösungen, wie die Konstruktion eines Glaswindfanges im Flur des Erdgeschosses, konnten historische Bauteile wie die barocke Eingangstür unverändert erhalten bleiben, ohne dass der Wohnkomfort leidet. Die notwendigen Installationen von Heizung und Elektroanlagen wurden mit besonderer Sorgfalt und Schonung der historischen Bausubstanz durchgeführt. Alte Holzböden, Türen mit den originalen Beschlägen und weitere Ausstattungsteile wurden fachmännisch restauriert, wobei besonders darauf zu achten war, dass die historische Dimension der gut 200 Jahre alten Bauteile spürbar bleibt.

Besonders wertvoll ist die historische Ausstattung im Obergeschoß mit Stuckdecken und unter jüngeren Malschichten verborgenen Wandmalereien. Die bereits vor Jahren freigelegten Stuckdecken waren teilweise durch ein ungünstiges Heizungssystem stark verschmutzt und erneut restaurierungsbedürftig. In der Küche, in der eine besonders schöne historistische Deckenmalerei unter der jetzigen Malschicht erhalten ist, wurde ein Sichtfenster geöffnet, das die ursprüngliche Wirkung der Decke erahnen lässt.

Die heute besonders stimmungsvoll wirkenden Gewölberäume im Erdgeschoß stellten aufgrund der gegebenen Bodenfeuchtigkeit bauphysikalisch eine große Herausforderung dar. Durch denkmalspezifische Maßnahmen – u. a. eine Bauteilheizung und Verdunstungsstreifen entlang der Wände – konnte ein angenehmes Raumklima erreicht werden, auch die Wände sind nun trocken.

Das einstige Hofrichterhaus demonstriert wieder die hohe Baukultur, die im Ort Kremsmünster aufzufinden ist. Bald wird das Haus mit neuem Leben erfüllt sein und aufgrund der nachhaltigen Sanierung hohen Wohnkomfort bieten.

Quellenangabe: Bundesdenkmalamt

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